Am 17. Januar 2020 haben das Projekt „Agritrade Ukraine“ in Zusammenarbeit mit dem Verband „Ukrainian Agribusiness Club“ eine Podiumsdiskussion zum Thema "Entwicklung der ukrainischen Landwirtschaft - Chancen für den deutschen Handel" im Rahmen der Internationalen Messe „Grüne Woche“ in Berlin durchgeführt.

Die Diskussionsteilnehmer erörterten den aktuellen Stand des Agrarsektors in der Ukraine und die Aussichten für dessen Entwicklung im Exportbereich, sowohl von politischer als auch von wirtschaftlicher Seite.

Heute machen die Agrarexporte einen großen Anteil an den Gesamtexporten, nämlich - 40%, aus, und die Hauptkulturen sind Raps, Mais, Soja, Sonnenblumenöl und Senf.

Derzeit sind die ukrainischen Exporte hauptsächlich von Ölsaaten und Getreide vertreten, und in den letzten 15 bis 20 Jahren hat die Anbaufläche für Mais, Weizen, Sojabohnen und Raps zugenommen.

Trotz der Tatsache, dass man nicht mit einem schnellen Übergang von Rohstoffen zu fertigen Produkten rechnen sollte, steigern ukrainische Unternehmen allmählich ihre Exporte von verarbeiteten Produkten. Die wichtigsten Exportprodukte nach Deutschland aus der Ukraine sind heute Tomatenmark, Apfelsaft, gefrorene Beeren, Gemüsekonserven, Hühnerfleisch und Nüsse.

Die ukrainischen Exporteure stehen heute vor vielen weiteren Herausforderungen: Marketing, Markenbildung, Stärkung des Verbrauchervertrauens durch hohe Qualität und Produktsicherheit, Stärkung der Landeswährung, was zum sinkenden Einkommen führen kann, und Landprobleme, die Investitionen in den Agrarsektor neu ausrichten können.

Ebenso wichtig für die erfolgreiche Erfahrung ist die Berücksichtigung des Verbraucherverhaltens.

Schließlich müssen wir über die Verbraucher der Zukunft und den Generationenwechsel nachdenken und infolgedessen über die Veränderung der Ernährungs- und Verbrauchergewohnheiten. Für die Entwicklung von Unternehmen im Allgemeinen und für erfolgreiche Exporte im Besonderen ist es wichtig, die Trends zu spüren und zu versuchen, ihre Entwicklung vorwegzunehmen.

Immer mehr deutsche Verbraucher achten nicht nur auf die Qualität und Zertifizierung der Produkte, sondern auch auf das Herkunftsland der Lebensmittel.

Besonderes Augenmerk sollte auf das Nutri-Score-Lebensmittelkennzeichnungssystem gelegt werden, das in naher Zukunft in Deutschland eingeführt werden soll. Dieses System zeigt den Nährwert eines Produkts auf einer Fünf-Punkte-Skala mit Farb- und alphabetischen Schemata an und hilft Verbrauchern, schnell Informationen über die Nährwerteigenschaften des Produkts zu erhalten. Die Verwendung dieser Art der Kennzeichnung ist zwar optional, kann jedoch ein zusätzlicher Schritt zum Verbrauchervertrauen sein. Offiziell wurde Nutri-Score schon in Frankreich (2017) und Belgien (2019) eingeführt.

Unter den Diskussionsteilnehmern waren: Taras Vysotsky, stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Handel und Landwirtschaft der Ukraine; Hermann Intemann, Landwirtschaftsattaché der Deutschen Botschaft in der Ukraine; Helena Melnikow, Geschäftsführerin, Waren-Verein der Hamburger Börse e. V .; Andreas Urich, Monolith Deutschland Vertriebs GmbH; Roman Slastion, Generaldirektor des Verbandes "Ukrainian Agraribusiness Club"; Sergey Zhaburovsky, Deutsch-Ukrainische Industrie- und Handelskammer.

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